Warzen

Bananenschalen, Morgenurin oder Besprechen im Mondlicht – in der Trivialliteratur finden sich mannigfaltige Vorschläge zur Bekämpfung von Warzen. Wissenschaftlich belegt sind allerdings nur zwei rezeptfreie Mittel: keratolytische Lösungen und Vereiser-Sprays.

Warzen?

Hintergründe von Warzen

Warzen sind unansehnliche Begleiter und führen häufig zu Stigmatisierung. Wer sie mit sich herumträgt, gilt als ungepflegt und unattraktiv. Gerade an den Händen und im Gesicht lassen sich die hässlichen Hautwucherungen im Alltag kaum verbergen. Zusätzlich zur kosmetischen Beeinträchtigung können sie jucken, brennen oder sogar bluten. Obendrein sind Warzen immer ansteckend. Obwohl sie in der Regel gutartig und ungefährlich bleiben, ist daher aus sozialem Anstand eine möglichst frühe Behandlung angezeigt.

Mittel gegen Warzen

Ursachen von Warzen

Zugrunde liegt allen echten Warzen eine oberflächliche Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Übertragen werden die Erreger per Kontaktinfektion, häufig im Schwimmbad oder in der Sauna. Winzige Hautverletzungen bieten den Viren eine Eintrittspforte. Nach der Ansteckung vergehen meist mehrere Wochen, bis sich die ersten Knötchen und Verhornungen zeigen. Mit über 70 Prozent aller Fälle sind vulgäre Warzen (Verrucae vulgares oder Stachelwarzen) die häufigste Warzenart. Sie werden bis zu erbsengroß und vermehren sich beetartig, vor allem an Händen, Füßen, Knien und im Gesicht. Andere weit verbreitete Warzentypen sind Fußsohlenwarzen, Flachwarzen, Pinselwarzen und Feigwarzen im Intimbereich. Bei letzteren ist besondere Vorsicht geboten, denn sie bergen als Risikofaktor für Krebserkrankungen eine ernstzunehmende Gefahr und sollten umgehend von einem Hautarzt begutachtet werden.

Übrigens: Mehr als die Hälfte aller gewöhnlichen Warzen verschwindet auch ohne Behandlung von allein wieder. Allerdings lässt sich nie voraussagen, ob oder wann diese Spontanheilung durch das eigene Immunsystem gelingt. Wer die unschönen Anhängsel möglichst rasch loswerden will, muss also mit den richtigen Mitteln nachhelfen.

Was hilft gegen Warzen?

Als Selbsthilfe-Mittel haben sich insbesondere säurehaltige Lösungen oder Pflaster sowie Vereiser-Sprays auf dem Markt etabliert. Beide Methoden sind wissenschaftlich untermauert: Eine systematische Metaanalyse, die 85 dermatologische Einzelstudien auswertete, kam 2012 zu dem Schluss, dass Säureanwendungen unabhängig von der Warzenlokalisation effektiver als Placebos sind (Topical treatments for cutaneous warts). Die Wirksamkeit der Kryotherapie mit Vereisern ist hingegen bislang nur für Warzen an den Händen ausreichend belegt. Hier fanden niederländische Wissenschaftler in einer Studie mit 250 Patienten immerhin Heilungsraten von rund 40 % (Cryotherapy with liquid nitrogen versus topical salicylic acid application for cutaneous warts in primary care: randomized controlled trial). Die besten Erfolgsaussichten verspricht nach aktuellem Forschungsstand eine Kombination beider Verfahren.

Keratolytika werden mehrmals täglich direkt auf die Hautwucherungen aufgetragen und lösen die überschüssige Hornmasse langsam auf. Die Stiftung Warentest empfiehlt, auf Produkte mit Salicylsäure oder solche mit Salicylsäure und Milchsäure zurückzugreifen.

Tinkturen mit Chloressigsäure sind zwar ebenso wirksam, reizen die Haut aber stärker und sind laut Einschätzung der Tester daher nur “mit Einschränkung geeignet”. Generell gilt: Die säurehaltigen Substanzen dürfen nur an unempfindlichen Stellen in Eigenregie angewendet werden, nicht etwa im Bereich der Augenlider oder Lippen. Außerdem ist es wichtig, nur die erkrankte Hautmasse zu benetzen. Umliegende gesunde Haut kann z. B. durch Vaseline oder Zinkpaste geschützt werden.

Vereiser-Sprays sind mittlerweile in jeder gut sortierten Drogerie erhältlich. Durch Flüssigstickstoff oder ein Gasgemisch aus Dimethylether- und Propangas erzeugen sie kurzzeitig Temperaturen von bis zu -57 Grad. Mithilfe eines Schaumstoffapplikators lässt sich die Kälte gezielt auf einzelne Warzen ausrichten, wodurch diese absterben und im Idealfall einige Tage nach der Behandlung narbenfrei abfallen. Je nach Größe der Wucherung können auch mehrere Durchgänge erforderlich sein. Hinsichtlich der Anwendungsdauer und -frequenz sollten sich Betroffene streng an die Gebrauchsanleitung halten, da andernfalls bleibende Gewebeschäden drohen.