Mückenstiche

Mit Insektenschutzmitteln lässt sich im Urlaub oder bei Ausflügen ins Grüne ein wirksamer Schutz vor Mückenstichen aufbauen. Nicht alle Produkte im Handel halten jedoch, was sie versprechen. Verbraucherschützer empfehlen, auf einen der drei Wirkstoffe DEET, Icaridin oder PMD zu setzen. Wer sich trotz Vorsichtsmaßnahmen einen Mückenstich einfängt, kann den Juckreiz mit Hausmitteln oder entzündungshemmenden Lotionen lindern.

Mücken?

Hintergründe von Mücken

Jeder kennt es: Kaum sind die ersten warmen Tage des Jahres da, tauchen auch die ersten Mücken auf. Das Zustechen der kleinen Blutsauger bleibt dabei häufig unbemerkt. Nur wenn zufällig ein Hautnerv getroffen wird, setzt ein kurzer Schmerzreiz ein. Lästiger als der eigentliche Einstich sind seine Folgen: unangenehmer, lang anhaltender Juckreiz, der mit Rötungen und Schwellungen einhergeht. Laut deutschem Ärzteblatt ist bei 75 % der Bevölkerung nach Mückenstichen mit Quaddeln, bei etwa 50 % mit Papeln zu rechnen. Bei empfindlichen Menschen können sogar schwere allergische Reaktionen auftreten.

Angelockt werden die Blutsauger durch Körperwärme, Schweißgerüche sowie Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid in der Atemluft. Besonders aktiv sind sie in der Abenddämmerung und nachts. Schon gewusst? Nur weibliche Mücken sind für das schlechte Image ihrer Art verantwortlich. Während Mückenmännchen sich als friedliebende Vegetarier ausschließlich von Pflanzensaft ernähren, benötigen die Weibchen fremdes Eiweiß aus Blutmahlzeiten für die Produktion von Nachkommen. Ihre Opfer zapfen sie mit Hilfe eines Stechrüssels an. Juckreiz und allergische Reaktionen lösen sie aus, indem sie Speichelsekret in die Einstichstelle absondern, um die Blutgerinnung zu hemmen.

Die gemeine Stechmücke in unseren Breiten ist zwar lästig, überträgt aber keine Krankheiten. In subtropischen oder tropischen Gebieten birgt jeder Mückenstich hingegen auch das Risiko einer lebensgefährlichen Infektion, etwa mit Malaria, Gelbfieber oder Dengue-Fieber. Selbst im Mittelmeerraum grassieren einige dieser Erreger – und sogar im beschaulichen Skandinavien übertragen Stechmücken fiebrige Viruskrankheiten. Urlauber sollten also auf einen guten Insektenschutz achten, egal ob sie gen Norden oder Süden reisen.

Was hilft gegen Mückenstiche?

Die Stiftung Warentest hat 2010 21 handelsübliche Mittel gegen Mücken unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war durchwachsen: Einige Produkte auf dem Markt sind vollkommen wirkungslos, andere bieten tatsächlich mehrere Stunden lang einen zuverlässigen Schutz. Nur jedes dritte Anti-Mücken-Mittel im Handel ist “gut”.

Am längsten bewährt hat sich der synthetische Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid), den das US-Militär schon in den Vierzigern als Insekten-Repellent entwickelte. In Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent hält er Mücken bis zu 8 Stunden lang erfolgreich von entblößter Haut fern. Sein genauer Wirkmechanismus war lange Zeit rätselhaft – erst 2008 konnten Wissenschaftler nachweisen, dass Mücken DEET direkt olfaktorisch wahrnehmen und vermeiden (Mosquitoes smell and avoid the insect repellent DEET). Allerdings sind DEET-haltige Mittel auch für Menschen gesundheitlich nicht unbedenklich: Sie können Augen und Schleimhäute reizen oder sogar zu Nervenschäden führen. Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sollten die Produkte deshalb außerhalb von Malariarisikogebieten nicht benutzen. Allen anderen Anwendern wird geraten, sie möglichst nicht einzuatmen und auf das Tragen von Armbanduhren, Sonnenbrillen oder Schmuck zu verzichten, da DEET als Lösungsmittel dieses Equipment beschädigen kann.

Etwas sanftere Alternativen zu DEET stellen die Wirkstoffe Icaridin und PMD (Para-Menthan-3,8-Diol) dar. Icaridin ist ein synthetisches Mittel, PMD hingegen eine natürliche Substanz, die aus dem ätherischen Öl chinesischer Eukalyptuspflanzen gewonnen wird.

Die Verbraucherschützer sehen die Wirksamkeit beider Substanzen als wissenschaftlich erwiesen an.

Ob sie genauso effektiv wirken wie DEET, ist noch nicht abschließend geklärt – auf jeden Fall sind sie verträglicher und in mitteleuropäischen Breiten als Insektenschutz vollkommen ausreichend. Hausmitteln wie Lavendelöl, Teebaumöl oder Knoblauch erteilen die Experten hingegen eine Absage – sie halten wissenschaftlichen Evidenzkriterien nicht stand.

Was tun gegen den Juckreiz?

Was tun, wenn trotz bester Prävention eine Mücke zugestochen hat? Hier können tatsächlich einfache Hausmittel erste Hilfe leisten: Ein alter Trick besteht darin, eine aufgeschnittene Zwiebel oder Zitrone für ca. 5 Minuten auf den Stich zu drücken – die darin enthaltenen Säuren wirken antiseptisch und entzündungshemmend. Zusätzlich lassen sich Schwellung und Entzündung durch Kühlung bekämpfen, z. B. mit Eiswürfeln oder Coolpacks. Wichtig: Die Kühlelemente nie direkt auf die Haut pressen, sondern immer in ein Geschirrtuch wickeln, um Erfrierungen zu vermeiden. Bei starkem Juckreiz empfehlen Dermatologen außerdem, auf kühlende Gels und entzündungshemmende Präparate mit Antihistaminika oder Kortison zurückzugreifen. Anderenfalls besteht die Gefahr, den Stich unbemerkt aufzukratzen und Bakterien den Weg zu bahnen.