Mittel gegen Fußpilz

Fußpilz ist die häufigste Pilzerkrankung in Industrieländern: Jeder Dritte schlägt sich mindestens einmal im Leben damit herum. Glücklicherweise ist der Gang zum Arzt nicht immer notwendig. Wer den Pilz rechtzeitig entdeckt, kann ihn mit rezeptfrei erhältlichen Cremes diskret in die Flucht schlagen.

Fußpilz?

Hintergründe von Fußpilz

Meist beginnen die Symptome zwischen dem vierten und fünften Zeh: Die Haut juckt, rötet sich, wirft Bläschen und nässt. Im Laufe der Zeit greift das Geschehen auf benachbarte Zehenzwischenräume über und es bilden sich weißliche Verhornungen und nässende Hauteinrisse. Obwohl Fußpilz wie eine Bagatellerkrankung anmuten mag, ist es nicht ratsam, ihn einfach zu ignorieren. Denn: Spontanheilungen kommen nicht vor. Stattdessen entwickelt sich ein unbehandelter Fußpilz in drei Viertel aller Fälle zu einem Nagelpilz weiter, der nicht nur sehr viel schmerzhafter, sondern auch weitaus schwieriger zu behandeln ist. Im ungünstigsten Fall kann sich der Pilz sogar weit über die Körperoberfläche bis hin zur Leiste ausbreiten. Nicht zuletzt ist eine Fußpilzbehandlung auch aus sozialem Anstand geboten, da infizierte Füße eine wandelnde Infektionsquelle darstellen.

Ursachen von Fußpilz

Fast immer rufen Fadenpilze (Dermatophyten) die lästigen Symptome hervor, deutlich seltener Hefen oder Schimmelpilze. Die Ansteckung erfolgt durch eine Schmier- oder Kontaktinfektion. Besonders häufig anzutreffen sind die Pilze an Orten, an denen viele Menschen barfuß gehen, z. B. in Schwimmbädern, Fitnessstudios oder Hotelzimmern. Indem sie von abgefallenen Hautschuppen zehren, können die Erreger auf Fußböden wochenlang überleben.

Auch in Textilien, die nicht heiß genug gewaschen werden, halten sich die Pilzsporen hartnäckig. Experten gehen inzwischen sogar davon aus, dass die meisten Infektionen nicht im Schwimmbad, sondern innerhalb der eigenen Familie stattfinden – typischerweise über gemeinsam genutzte Handtücher. Sogar in neu gekauften Schuhen können Fußpilzerreger lauern, wenn Infizierte sie barfuß anprobiert haben. So fand das Berliner Institut für Pilzkrankheiten bei einer Stichprobe unter 90 Schuhen aus 23 Geschäften lediglich 20 keimfreie Exemplare.

Obwohl Barfußgehen ein wichtiger Risikofaktor ist, gilt paradoxerweise, dass Menschen, die sehr viel barfuß laufen, ein geringes Fußpilzrisiko aufweisen. Sowohl bei Naturvölkern als auch bei konsequenten Barfußgehern in unseren Breiten tritt die lästige Krankheit so gut wie gar nicht auf. Denn: Die Pilze sind auf das feucht-warme Milieu in Schuhen angewiesen, um schneller zu wachsen, als das Immunsystem zurückschlagen kann. Ein geeignetes Biotop finden sie vor allem in engen Schuhen oder schwitzigen Sportschuhen vor. Darüber hinaus begünstigen Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Immunschwächen eine Infektion. Wegen der speziellen Risikofaktoren sind insbesondere alte Menschen mit Vorerkrankungen fußpilzgefährdet, aber auch gesunde Sportler mit häufigen Schweißfüßen. Im Englischen wird die Krankheit deshalb übrigens auch “athlete’s foot” genannt.

Was hilft gegen Fußpilz?

Zur Bekämpfung von Fußpilz hat sich eine topische Behandlung mit Salben, Lösungen oder Sprays bewährt. Die meisten Fußpilzmittel setzen auf Breitband-Antimykotika – wirken also sowohl gegen Dermatophyten als auch gegen Hefen und Schimmelpilze. Somit ist keine vorausgehende Bestimmung des Erregertyps notwendig. Zu den meistgenutzten Wirkstoffen zählen Azole (wie Clotrimazol, Bifonazol, Miconazol) und Allylamine (v. a. Terbinafin und Naftifin). Allylamine haben dabei in klinischen Studien eine schnellere und minimal überlegene Wirksamkeit gezeigt. Gute Ergebnisse lassen sich aber mit beiden Wirkstoffgruppen erzielen: Dermatologen der Uni-Klinik Mainz konnten beispielsweise in einer Untersuchung an über 400 Patienten nach 4-wöchiger Behandlung mit Clotrimazol bei 82 % der Probanden eine Heilung feststellen. Beim Einsatz einer Terbinafin-Lösung ergab sich eine Heilungsrate von 83 % bereits innerhalb 1 Woche (Efficacy and tolerability of terbinafine 1% topical solution used for 1 week compared with 4 weeks clotrimazole 1% topical solution in the treatment of interdigital tinea pedis: a randomized, double-blind, multi-centre, 8-week clinical trial).

Als Hausmittel wird traditionell auch Teebaumöl gegen Fußpilz angewandt. Australische Wissenschaftler fühlten dieser Praxis in einer kontrollierten Studie auf den Zahn und fanden heraus: Teebaumöl wirkt zwar nicht ganz so effektiv wie synthetische Antimykotika, aber tatsächlich deutlich besser als ein Placebo. Eine 4-wöchige Behandlung mit 50-prozentiger Teebaumöl-Lösung konnte immerhin die Hälfte der Probanden heilen (Treatment of interdigital tinea pedis with 25% and 50% tea tree oil solution: A randomized, placebo-controlled, blinded study). Wer natürliche Heilmittel bevorzugt, kann dem Teebaumöl also zunächst durchaus eine Chance geben.

Egal, ob man sich für ein apothekenpflichtiges Präparat oder Teebaumöl entscheidet: Der Pilzkiller wird in der Regel zweimal täglich nach einer gründlichen Fußwäsche auf die betroffenen Hautareale aufgetragen. Wichtig: Auch nachdem die Beschwerden abgeklungen sind und vom Fußpilz mit dem bloßen Auge nichts mehr zu sehen ist, muss diese tägliche Routine noch mindestens 2 Wochen fortgesetzt werden. Für den Abheilungsprozess ist es außerdem essentiell, die Zehenzwischenräume dauerhaft trocken zu halten. Während der Behandlungsdauer sollten daher lockere und atmungsaktive Schuhe getragen werden, falls jahreszeitlich möglich sogar offene Schuhe. Desinfizierendes Schuhdeo tötet Pilzrückstände in den eigenen Schuhen ab. Socken müssen wie Handtücher bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, damit keine infektiösen Sporen darin zurückbleiben (Lauert Fußpilz auch im Wäschekorb?). Die goldenen drei Regeln für eine langfristige Prävention neuer Fußpilzinfektionen lauten: Sportschuhe regelmäßig desinfizieren. Sooft es geht, barfuß laufen – aber nur auf fußpilzfreiem Terrain. Schwimmbäder, Saunen und andere Gefahrenzonen hingegen ausschließlich mit Badeschlappen betreten.